Wir erfüllen einen gesetzlichen Auftrag 

Der Reisesicherungsfonds geht auf die EU-Richtlinie 2015/2302 (Pauschalreiserichtlinie) zurück. Diese verpflichtet die Mitgliedsstaaten dazu, jeweils ein nationales System zur Insolvenzsicherung für Reiseanbieter einzurichten. Dieses System sichert für den Fall der Zahlungsunfähigkeit eines Reiseanbieters die von den Reisenden erbrachten Vorauszahlungen sowie den Rücktransport der Reisenden ab. In Deutschland ist diese Vorgabe in § 651r des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) umgesetzt. In der Vergangenheit konnte die Absicherung durch Versicherungsverträge oder Bankbürgschaften/-garantien erfolgen, wobei die Haftung des Versicherungsunternehmens oder des Kreditinstituts für die in einem Geschäftsjahr insgesamt zu erstattenden Beträge auf EUR 110 Mio. pro Jahr begrenzt war. Die Insolvenz des Thomas-Cook-Konzerns hat Anlass gegeben, dieses System zu überprüfen und eine Neuregelung zu erarbeiten.

Die Eckpunkte der Neuregelung hat die Bundesregierung am 10. Juni 2020 beschlossen. Das am 30. Juni 2021 verkündet Reisesicherungsfondsgesetz (RSG) setzt diese Eckpunkte um und sieht eine Systemumstellung vor. Die Insolvenzsicherung bei Pauschalreisen und verbundenen Reiseleistungen wird nun über einen Reisesicherungsfonds erfolgen, der in Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) errichtet wurde und sich aus Entgelten der abgesicherten Reiseanbieter finanziert. Der Reisesicherungsfonds soll für die Insolvenzsicherung der Reiseanbieter der maßgebliche Insolvenzabsicherer sein. Nur Kleinunternehmen sollen sich weiter über ein Versicherungsunternehmen oder ein Kreditinstitut absichern dürfen. Die Möglichkeit der Haftungsbegrenzung auf EUR 110 Mio. pro Jahr wird künftig entfallen.